SV Schermbeck - VfB Hüls

  • (mt) Wir schreiben den 2. Oktober 2011. Die Winterjacken hängen noch im Schrank, denn bei 23° C sind kurze Hosen angesagt. Traumhaftes Fußballwetter für das NRW-Liga-Derby des VfB Hüls beim SV Schermbeck. Klaus Täuber und Olaf Thon, die beiden Ex-Trainer des VfB, sahen ein kurioses Spiel zweier Mannschaften, die sich aus dem Eff-eff kennen. Der SVS mit einer ganzen Reihe Ex-Hülser, angefangen bei Trainer Stroetzel über Ankomah-Kissi, Tobi Urban, Seyit Ersoy und Leon Einhaus, der VfB mit Köse und Erwig als Ex-Schermbecker.


    Der Reihe nach. Um 14:15 Uhr erreicht die Hülser Anhängerschaft die Volksbank-Arena und beginnt mit der wichtigsten Aufgabe des heutigen Tages: "Die saufen wir leer!" - sollte am Ende sogar klappen.


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    Die Chronistenpflicht verlangte es, den Grill-Check zu machen. Pute stand auf dem Programm:


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    Sah lecker aus, war groß, dafür aber äußerst geschmacksneutral, nicht zu empfehlen. Schade.


    Positiv anzumerken ist allerdings, dass wenigstens die Sanitärräumlichkeiten inzwischen wieder beschriftet sind. Geht doch.


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    Die Mannschaften kommen aus den Kabinen und die Hülser Fanschar hat sich auf der Gegengeraden eingefunden und tönt bereits beachtlich.


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    Der Blick auf die Schermbecker Fans:


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    Das Spiel beginnt und der VfB tritt mit breiter Brust auf, hat er doch in der NRW-Liga immer in Schermbeck gewinnen können. Bereits nach zwei Minuten kombinieren sich Erwig und Mutluer in den Gästestrafraum und Erwig vollendet mit einem schönen Schlenzer ins lange Eck - 0:1. Ein Start nach Maß.


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    Die Schermbecker überlegten noch, wie sie sich nun zurück ins Spiel bringen wollen, da klingelt es erneut. Eine butterweiche Flanke von Mutluer wuchtet erneut Christian Erwig ins Tor - 0:2!


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    Der VfB dominiert hier ganz klar das Geschehen, hat unglaublich viel Zeit und Platz für den eigenen Spielaufbau. Der SVS erinnert hier am ehesten an Borussia Banana, dem "Club", der nie Fußball gespielt hat und von Weltklassetrainer Manni Burgsmüller gecoacht wurde.


    Nach zwölf Minuten wird Timur Karagülmez im Strafraum umgerissen, klare Sache: Elfmeter für den VfB, dessen Fans schon "Auswärtssieg!" skandieren. Christian Erwig will das Leder, doch Timur Karagülmez gibt es nicht her. Dabei hat Erwig schon zweimal getroffen und auch zuletzt einen Elfmeter gegen RW Ahlen verwandelt.


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    Erwig gibt schlussendlich nach und Karagülmez legt sich das Leder zurecht. Er läuft an ...


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    ... und scheitert mit diesem schwachen Schuss an Torwart Schneider.


    Im Gegenzug hat der VfB Glück: eine Faustabwehr von Rantzow landet auf dem Kopf von Einhaus, der den Ball zum Glück für den VfB nicht kontrolliert aufs Tor bringen kann.


    Dennoch, der VfB kontrolliert das Spiel nach Belieben. Den Hinweis eines Pessimisten am Rand ("Wenn der VfB nicht das dritte Tor nachlegt, bekommt die Mannschaft noch Probleme!") quittiert Pressesprecher Berger mit einem prustenden Lachen.


    Pause. Es steht 2:0. Ein gefährliches Ergebnis. Dennoch ist die Stimmung auf den Rängen gut. Olaf Thon platziert sich inmitten der Hülser Fans und diskutiert die erste Halbzeit. Das Fassbier ist leer, es wird umgestiegen auf Flaschenbier.


    Die Hülser Ersatzspieler haben ihren Spaß in der Herbstsonne. Optimismus pur ...


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    In der zweiten Halbzeit zunächst das gleiche Bild. Hüls hat viel Platz und spielt munter nach vorne, aber die Passgenauigkeit der ersten halben Stunde ist weg. Auch bei Standards gibt es kaum Gefahr, Schneider fängt die Hereingaben regelmäßig locker runter.


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    Der SVS bekommt nun immer mehr Sicherheit ins eigene Spiel, ohne dabei aber zunächst besonders gefährlich zu werden.


    Wie aus dem Nichts ist der SVS dann wieder dran. Der ansonsten bärenstarke Diericks rutscht aus, Tobias Urban hat freie Bahn und lässt Rantzow keine Chance - 1:2.


    Der VfB antwortet: ein Freistoß von Köse nutzt Senger zum Uwe-Seeler-Gedächtnis-Hinterkopfball, der aber an den Pfosten springt. Im Nachsetzen schlägt Erwig ein Luftloch, Mist!


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    Noch eine Viertelstunde. Mutluer muss runter, Makarchuk kommt. Schon stimmt die Ordnung nicht, so dass T. Urban Ersoy bedienen kann, der kaltschnäuzig abschließt - 2:2! Der Spielverlauf wird hier auf den Kopf gestellt. Im Hülser Spiel fehlt nun jegliche Ordnung und der SVS kombiniert nach Belieben.


    Kurz vor Schluss kommt Helwig für Köse. Und Helwig vertändelt den Ball im Mittelfeld, woraus die nächste Angriffswelle resultiert. T. Urban wird auf Rechts geschickt und flankt an den zweiten Pfosten, wo Klimczok sich hochschraubt und zum 3:2-Siegtreffer einköpft. Unfassbar.


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    Der VfB kontrollierte 60 Minuten das Spiel nach Belieben, hätte schon zur Pause mit vier oder fünf Toren führen müssen und macht dann den Gegner stark und lässt sich so abkochen.


    Eine Schlüsselszene war sicherlich der egoistische Auftritt von Karagülmez beim Elfmeter. Aber auch ohne diese Chance hätte der VfB deutlicher führen müssen. Auch Trainer Jahnke bekam von den mitgereisten Fans "sein Fett weg": "Die Wechsel waren nicht gut. Helwig hätte viel früher kommen müssen. Auch Akama Eseme hätte dem Spiel in der zweiten Halbzeit gut getan! Und Planhof für Senger war auch kurios..." - Es gab keine Widerrede.


    Der Traum von Platz 7 ist erstmal ausgeträumt. Wenn die Mannschaft jetzt nicht wirklich 26 Freundschaftsspiele bestreiten will, muss sie sich zusammenreißen und sich den nötigen Erfolg erarbeiten.


    Für den VfB spielten heute:
    Rantzow - Pachan, von der Gathen, Schlüter, Diericks - Piuorunek, Senger (81. Planhof) - Köse (88. Helwig), Mutluer (75. Makarchuk) - Karagülmez - Erwig.

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