Sportfreunde Siegen - VfB Hüls

  • Sportfreunde Siegen - VfB Hüls


    (mt) Ein sonniger Novembertag im Siegerland. Der VfB mit zuletzt vier Siegen ohne Gegentor in Folge trat beim Tabellenzweiten Sportfreunde Siegen an, die zuletzt fünfmal in Serie gewinnen konnten. Eine Serie musste also heute zu Ende gehen. Wenn es nach dem Willen von Trainer Martin Schmidt gehen würde, würden gleich zwei Serien reißen, denn der VfB konnte gegen Siegen nie siegen.


    Um 11:30 Uhr ging es fast geschlossen los im schicken Mannschaftsbus, heute mit Unterstützung einer DVD. "Ein Wintermärchen", der Film über die Handball-WM 2007, wird von Coach Schmidt eingelegt. Tatsächlich folgen alle gebannt der Dokumentation, die deutlich macht, was durch Willenskraft und mannschaftlicher Geschlossenheit möglich ist. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Castrop-Rauxel, wo fünf Spieler und der Technische Leiter, Dieter Most, noch zusteigen, geht es auf die Sauerlandlinie. Es gibt sicherlich unangenehmere Anfahrten zu Spielorten.


    Nach 105 Minuten erreicht der Bus das Leimbachstadion. Eine halbe Stunde später sind auch die Spielereltern sowie ein verschlafenes Etwas da, das den Bus verpasst hat.


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    Hier wurde bis 2006 noch Zweitligafußball gezeigt. Danach folgte der Absturz, man gehört zu den Gründungsmitgliedern der NRW-Liga und scheitert beständig an sich selbst.


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    Der mitgereist Fantross begibt sich als erstes zu den Ver- und Entsorgungsstationen. Die sanitären Anlagen entsprechen leider nicht dem, was dem heutigen Standard nahe kommen könnte. "Extreme Herpesgefahr", ist die Warnung vor dem Eintritt.


    Anders sah der Grillstand aus.


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    Die Currywurst mit Pommes und Mayo für 4,50 Euro ist absolut in Ordnung.


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    Die Krakauer im Brötchen schmeckt ebenfalls.


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    Das Stadion füllt sich allmählich. Der Siegen-Fan schwelgt dabei offenbar noch in Erinnerungen, denn eine Stunde vor Spielbeginn sieht es sonst in den mesiten anderen Stadien der NRW-Liga noch deutlich leerer aus.


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    Pünktlich um 14:30 Uhr betreten die Mannschaften das Feld.


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    Es gibt jetzt schon gespannte Blicke der anwesenden Forenprominenz:
    photo-3181-b0adb101.jpg *haha*


    Das Spiel läuft. Die Sportfreunde versuchen, von Beginn an Druck zu machen, doch der VfB steht gut, hat sogar seinerseits das 1:0 auf dem Fuß, doch von der Gathen scheitert an Torhüter Koczor.


    Der VfB steht so gut und so tief, dass allerdings dadurch das Offensivspiel nicht nur leidet, sondern vielmehr gar nicht stattfindet. Fast immer sind zehn Hülser in der eigenen Hälfte, auch bei Ballbesitz, so dass Christian "Air-wich" auf verlorenem Posten steht.


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    Die Fehlerquote ist auf beiden Seiten erschreckend hoch. Siegens Abwehrmann Leon Binder macht die meisten Meter, wenn er ungenaue Rückpässe seiner eigenen Mitspieler erläuft. Die Hülser machen es nicht besser, viele Stockfehler passieren ausgerechnet den doch so technisch starken Spielern wie Köse oder Karagülmez.


    Dass es mit einem 0:0 in die Pause geht, ist aber auch dem Torgestänge des Hülser Tores zu verdanken. Nowaks Doppelchance endet am Lattenkreuz bzw. auf dem Tornetz.


    Fazit nach 45 Minuten: die Siegener sind überlegen, weil der VfB viel zu ängstlich agiert. Allerdings musste Rantzow bislang nicht richtig eingreifen.


    Das beste zum jetzigen Zeitpunkt ist der Gedanke, JETZT da oben im Ballon zu sitzen ...


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    Überraschenderweise wechselt VfB-Trainer Schmidt noch nicht. Kandidaten gibt es vermutlich zu viele.


    Die Siegener sind genervt. Von der Abwehrstärke des VfB, von den unzähligen Abseitsentscheidungen, gerade gegen Lewejohann, und vom 0:0. Trainer Michael Boris gibt alles. Witzig, dass er meistens bei seinen Schreitiraden das rechte Hosenbein hochzog.


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    Immer noch finden die meisten Szenen in der Hülser Hälfte statt. Martin Schmidt betrachtet das nachdenklich.


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    Und dann ist es passiert. Akama Eseme wird zum gefühlten zwanzigsten Mal überlaufen, Hettich flankt mustergültig an den Elfmeterpunkt, wo Sven Michel lehrbuchmäßig einläuft und den Ball per Kopf im Tor des VfB versenkt. Eine Serie ist somit dahin, ein fünftes "zu Null" wird es für den VfB nicht geben. Überhaupt gibt jetzt kaum noch jemand aus der Fanschar einen Pfifferling auf die Badeweiher-Elf. Doch es gibt eine Reaktion in der Truppe. Plötzlich fängt der VfB an, konstruktiv und mutig nach vorne zu spielen. Insbesondere Piorunek dreht jetzt auf, dem zwar nicht alles gelingt, der aber nun überall zu finden ist.


    Als Pio am Siegener Sechzehner in die Zange genommen wird, gibt es Freistoß aus zentraler Position. Karagülmez nimmt nur zwei Schritte Anlauf und nagelt den Ball ins Torwarteck. Doch vom Pfosten springt der Ball wieder heraus. Mist. Heute scheint nix zu gehen.


    Auch Akama Eseme hat Pech, seine Flanke senkt sich hinter Torwart Kaczor, Schlüter lauert, doch Sekan Dalman rettet in höchster Not.


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    Gut 10 Minuten vor Schluss ist es dann der eingewechselte Makarchuk, der den Ball in den Strafraum flankt, wo Christian Erwig sich sensationell im Luftkampf behauptet und den Ball über Koczor hinweg ins Tor legt - 1:1!!!


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    Riesenjubel beim VfB!


    Interessant, dass der Mann für die Anzeigetafel das Tor offenbar verpennt hat. Ganze sechs Minuten braucht er, um die "1" für den VfB zu schalten. Mit dem Remis kann man zufrieden sein, deswegen wechselt Schmidt nun noch mit Narewsky und Diericks zwei Defensive ein. Doch beinahe hätte es nicht geklappt. Einen langen Pass kann die Hülser Innenverteidigung in der Nachspielzeit nicht löschen, so dass Lewejohann frei durch ist. Doch zum Glück für den VfB schiebt er den Ball am Gehäuse von Rantzow vorbei (Lewejohann: "Dat passiert, wenne zwei Gedanken im Kopf hast!").


    Schluss, 1:1! Ein verdienter Punkt für den VfB.


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    Für den VfB spielten heute:
    Rantzow - Pachan, von der Gathen, Schlüter, Akama Eseme - Piorunek, Senger (89. Diericks) - Köse (74. Makarchuk), Mutluer (83. Narewsky), Karagülmez - Erwig.


    Tschüss, Siegen.


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  • klasse wie immer :thumbup::thumbup::thumbup:
    danke *zwinker*

    "Ich hab überhaupt kein Problem mit Autoritäten, ich kann’s nur nicht haben, wenn mir einer sagt, was ich zu tun und zu lassen hab"
    Bernd Stromberg - Capitol Versicherung


    Nur "echt" mit diesem Zeichen verifiedS.png

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