VfB Hüls - ETB SW Essen

  • VfB Hüls - ETB SW Essen


    (mt) Unheimlich. Der VfB spielt unter Martin Schmidt wie zu besten Oberliga-Meister-Zeiten. Unheimlich gut. Und heute ist der ETB zu Gast und der November zeigt seine hässliche Fratze. Unheimlich kalt. Unheimlich nebelig. Dennoch finden 270 Besucher den Weg zum Badeweiher und sollten ihr Kommen nicht bereuen. Schöner Kombinationsfußball und Traumtore wurden serviert. Unheimlich schön.


    Als um kurz vor 14 Uhr der ETB-Flash-Mob mit einem skandierten "Auswärtssieg!" aufwartet, sieht man das Feuer bei den VfB-Spielern und -Verantwortlichen. Heute soll die Serie - zuletzt sechs Spiele ungeschlagen - weiter ausgebaut werden. Die Hülser Fans setzen mit Stimmgewalt und Trommelfeuer sehr bemerkenswerte Akzente und sticheln mit "RWE"-Rufen ordentlich in die schwarz-weiße Seele der Gäste vom Uhlenkrug. Doch der Reihe nach.


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    Die Elf, die Trainer Martin Schmidt heute aufs Feld schickt, ist die gleiche wie in den letzten Wochen.


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    Und die Mannschaft legt auch so los wie zuletzt. Der VfB bestimmt vom Anpfiff an das Geschehen auf dem Platz. Und schon nach sechs Minuten zappelt der Ball im Netz: Mutluer setzt Karagülmez in Szene, der frei vor Keeper Bley den Ball zu Erwig schaufelt, der keine Mühe hat, das Leder ins leere Tor zu bugsieren. 1:0 für den VfB, ein Traumstart, unheimlich effektiv.


    Erst langsam kommen die Gäste besser in die Partie. Das allerdings, ohne besonders gefährlich zu werden, denn die Hülser Abwehr lässt der Essener Offensive um Bednarski und Burgio keine Luft zum Atmen. Das Offensivspiel der Hülser scheint in dieser Phase etwas zu erlahmen. Scheint! Denn nach 36 Minuten kombinieren sich die Rrrroooten in den Strafraum, wo Erwig fast alleine durchkommt, doch ein Fuß ist dazwischen. Erwig behauptet aber mit einer Körperdrehung das Leder und spielt auf Köse, der den Ball annimmt, sich um fast 360° dreht und den Ball dann in einer physikalisch kaum zu erklärenden Kurve ins Tor schlenzt. Der Ball küsst die Unterkante der Latte, springt auf und zappelt dann deutlich sichtbar im Netz. Ein Traumtor. Ein Sonntagsschuss. Unheimlich schön.


    Zur Pause steht es hochverdient 2:0 für den VfB Hüls. Es macht Spaß, dabei zu sein, die Mannschaft ist mit Herz und Seele bei der Sache.


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    Mit Spaß und vor allem Lautstärke gut dabei: die Fans des VfB Hüls


    Die zweite Hälfte beginnt zunächst etwas verhaltener, schließlich führt der VfB, und der ETB findet derzeit kein Mittel gegen die kompakte Hülser Defensive.


    Die erste Offensivaktion gehört dann Timur Karagülmez. Eine Flanke von Pachan bugsiert er an Torhüter Bley vorbei, doch die aufgerückten Erwig, Schlüter und Köse verpassen das 3:0. Keeper Bley hat sich bei der Aktion verletzt, für ihn kommt Ersatzmann Ptach ins Spiel. Und der ist gleich hellwach, wenngleich er in dieser Szene nicht eingreifen muss.


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    Nach gut einer Stunde muss die Vorentscheidung fallen, doch "Air-wich" setzt einen Kopfball nach Maßflanke von Mutluer um Zentimeter am Gehäuse vorbei. "Normalerweise macht der den doch!" - unheimlich.


    Mutluer hat nun Spaß am Flanken. Nachdem er von Piorunek prima geschickt wird, zirkelt er das Leder wieder in die Mitte und sucht nicht den (gedoppeklten) Erwig, sondern Timur Karagülmez, der lehrbuchmäßig den Ball mit dem Kopf und gegen die Laufrichtung von Ptach im Netz versenkt. Unheimlich gut gespielt!


    Nur eine Minute später tanzt Köse in den Strafraum und wird von ETB-Mann Zeh gelegt. Der Schiedsrichter pfeift. Aber was gibt er? Ecke? Freistoß Essen? Nach unheimlich langer Zeit zeigt er endlich auf den Punkt: Elfmeter! Erwig läuft an und trifft etwas glücklich ins untere linke Eck. Unheimlich kanpp. 4:0! Unheimlich hohe Führung. Das gab es zuletzt gegen die Spvg. Erkenschwick am zweiten Spieltag der vergangenen Saison, das ist unheimlich lange her.


    Jetzt lassen die Hülser Ball und Gegner laufen, schonen ihre Kräfte und auch Torjäger Christian Erwig, der für Tim Helwig den Platz verlässt. Elf Tore in zehn Spielen stehen nun für "Air-wich" zu Buche. Unheimlich effektiv.


    Der ETB versucht noch einmal, sich aufzurichten, aber der VfB lässt aus dem Spiel nichts mehr zu und spielt unheimlich cool. Nur ein Standard hilft den Gästen zur Ergebniskorrektur. Zeh zirkelt den Ball aus 25 Metern wunderschön ins Tor. 4:1. Das war´s dann aber auch. Die 270 Zuschauer spenden begeisternd Applaus und freuen sich schon auf das kommende Heimspiel gegen den Ligaprimus von Viktoria Köln. Trainer Martin Schmidt freut sich genauso, wie er seiner Truppe noch auf dem Rasen sagte: Das wird ein geiles Spiel!"


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    Die Mannschaft dankte der Hülser Fanschar nach dem Spiel für die sensationelle Unterstützung. Unheimlich nette Geste, die in Heimspielen zuletzt viel zu selten vorkam.


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    Klar, dass diejenigen, die heute dabei waren, auch in 14 Tagen wieder da sein werden. Der VfB war schon oft in der Vergangenheit ein fast perfekter Gastgeber für "Überteams", zuletzt vor einem Jahr gegen Essen. Damals gab es eine unheimlich gute Stimmung am Badeweiher, die Essener fühlten sich rundum wohl, wählten das Spiel beim VfB zum besten Auswärtsspiel, und doch blieben damals die Punkte am Badeweiher, der VfB siegte sensationell mit 2:1. Eine Überraschung gegen Köln liegt im Bereich des Möglichen, des Machbaren. Schön wäre es, wenn auch viele Zuschauer dabei sein könnten, wenn die Truppe des VfB den "Riesen" herausfordert. Das täte der Mannschaft unheimlich gut.


    Morgen berichtet wmtv vom Spiel gegen den ETB. Der Mann der Stunde, Christian Erwig, wird dann auch zu hören sein:
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    Für den VfB spielten heute:
    Rantzow - Pachan, von der Gathen, Schlüter, Akama Eseme - Senger, Piorunek - Köse (84. Makarchuk), Mutluer (80. Narewsky), Karagülmez - Erwig (71. Helwig).

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