Marl - die aufstrebende Stadt?

  • Mich würde mal eure Meinung interessieren. Bei FB (klar, da sind viele Idioten unterwegs) lese ich dauernd, dass alles in Marl immer nur schlechter wird. Ich empfinde seit Jahren eigentlich genau das Gegenteil. Liegt es daran, dass ich vielleicht als Kommunalpolitiker einen anderen Blick auf die Dinge habe? Oder das ich mehr mitbekomme? Wenn an irgendeiner Schule etwas passiert, zu der man keinen Bezug hat, dann kriegt man das vielleicht einfach nicht mit. Nur mal als Beispiel.


    Aber wenn ich mir jetzt die Entwicklung der letzten gut fünf bis zehn Jahre ansehe und dann an das denke, was kommen soll, dann sehe ich das positiv.


    Ich sehe da zum einen Anlagen wie Triple X oder die Bezirkssportanlage in Obersinsen, die in den letzten Jahren gekommen sind.

    Die Sporthalle an der MLK wurde komplett saniert, dazu dort ein Anbau hochgezogen, um die Fünfzügigkeit zu garantieren.

    Die Bachläufe in Marl wurden vor Jahren verschönert.

    Am Ovelheider Weg wurden die alten Hochhäuser abgerissen und durch schönere Bauten ersetzt.

    Am Marler Stern tut sich etwas.

    Die Rathaussanierung wird meiner Meinung nach was großes und bedeutendes.

    Mit Marschall 66 könnten wir eine neue Bibliothek und ein neues Museumsgebäude bekommen.

    Die Sanierung der Heisterkamp-/Breddenkampstraße war ein großes Projekt, das abgeschlossen wurde.

    Die Goetheschule wird einen Neubau erhalten.

    Der Hagenbusch ist vor einigen Jahren komplett saniert worden.

    Die alte Aloysiusschule zu einer Kita umgebaut, an der August-Döhr-Schule eine neue Kita gebaut, jetzt beginnt der Bau vor Wohnen West und eine weitere Kita im Riegefeld soll kommen. Da tut sich einiges.

    Die Sharounschule ist ein Vorzeigeobjekt geworden.

    Der "Spielplatz der Nationen" wird gebaut in der Stadtmitte, saniert wurden Spielplätze im Riegefeld und am Platz der Freiheit. Die Mittel für Spielplätze mehr als verdreifacht im aktuellen Haushalt.

    Die Ansiedlung der Metro, gate.ruhr wirft ebenfalls seine Schatten voraus.

    Die Sporthalle an der WBG wird saniert.

    Es wird eine neue Rettungswache gebaut werden. Auch an den anderen Feuerwehrhäusern hat sich in den letzten Jahren etwas getan.

    An der Paracelsusklinik kam ein ganzer Gesundheitspark dazu.

    Der Schulhof am ASGSG wird komplett renoviert werden.

    Wenn ich dann noch sehe, was sich an der Herzlia-Allee getan hat mit mittlerweile McDonalds, L'osteria, Xiao, Cafe del Sol und einer geplanten weiteren Ansiedlung. Die Loe-Studios sind wieder offen, Hotel Loemühle hat einen neuen Betreiber gefunden.


    Da gibt es sicher noch einiges, was man aufzählen könnte und klar, weiß ich, dass da noch im Argen liegt und getan werden muss. Aber unter dem Strich ist das doch eine positive Entwicklung, die man nicht übersehen kann, oder? Was meint ihr?

  • Gibt sicherlich ein paar positive Entwicklungen in Marl, aber bei Sachen wie mit dem neuen Stern und den Gewerbeansiedlungen wird dann erst die Zukunft zeigen, inwieweit diese Marl nach vorne bringen. Ist ja auch nicht so, dass sich in den Städten um Marl herum nix tut.

  • Das finde ich richtig gut das Du hier mal herausstellst was in Marl in letzter Zeit gemacht wurde.

    Wenn sich Dein Urteil allein auf Marl beziehst hast Du vollkommen recht.


    ABER:


    Marl steht aber in Relation zu anderen Kommunen. Und da muß man schon Abstriche machen. Im Vergleich zum Ruhrgebiet schneidet Marl gar nicht mal so schlecht ab. Schaut man aber ins Münsterland relativiert sich die Sache schon wieder.

    Auf der anderen Seite darf man nicht nur den Standort einer Stadt vergleichen sondern auch deren Größe und wirtschaftlicher Ausrichtung. Eine reine Industriestadt. eine Mittelstandsstadt oder Ausflugstadt.

    Du siehst man kann jede Stadt schlecht oder auch schön schreiben.


    FÜR MICH sind Alleinstellungsmerkmale meiner Stadt interessant. Marl hat eine Bevölkerungsschicht die hellwach ist. Hier wurden die Grünen geboren, Gegen den Atomstrom protestiert oder auch jetzt gegen rechte Gewalt. Dennoch ist Marl keine Intellektuellenstadt, da sind wir uns wohl einig.


    Marl wurde als junge aufstrebende Stadt geboren. Da gab es Geld ohne Ende das auch rege investiert wurde.


    Durch Steuertricks der großen (CWH, AV) blieben dann aber plötzlich die Steuereinnahmen aus. Marl konnte sich den Unterhalt gar nicht mehr erlauben. Über Jahrzehnte kam es zu einer schmerzlichen Anpassung an die Realität. Die ganze Infrastruktur hat gelitten. Marl wurde zu einer armen Stadt die sogar unter Zwangsverwaltung stand.


    Was haben wir bzw. unsere Stadtoberhäupter daraus gelernt? Ja es braucht Leuchturmprojekte wie beispielsweise unser Rathaus oder die Sharonschule damit man sich mit seiner Stadt identifizieren kann aber eben auch eine Beteiligung des "willigen" Bürgers. Nicht die hohlen Sprüche irgendwelcher Schreihälse sondern Gedanken die Hand und Fuß haben.

    Wie in jedem Haushalt darf man nicht "immer" Dinge kaufen die man sich eigentlich nicht leisten kann. Korruption und Parteienwirtschaft muß um jeden Preis vermindert oder sogar verhindert werden. Es geht letztendlich nur um den Bürger der sich hier wohl fühlt und andere eben auch hierher zieht. Und das muß bezahlbar bleiben ... und eben nicht nur für die oberen 10 000.

    Wir müssen feststellen Wer sind wir. Was brauchen wir. Und wo wollen wir eigentlich hin?


    Und ich finde Marl ist da im Augenblick eigentlich ganz gut aufgestellt. Wobei das Bessere immer der Feind des Guten ist.

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