Beiträge von Schamane

    Mir ist da nichts bekannt, das muss aber nichts heißen, denn wenn ein Geschäft in bestehende Räumlichkeiten einzieht, erfahren das auch Politiker nicht extra. Nur wenn dafür Gewerbeflächen verkauft werden. Von daher kann Extrablatt für die Herzlia-Allee zum jetzigen Zeitpunkt ausschließen.

    Es sind die üblichen Deppen auf FB, die einen so angehen. Kann man eigentlich abhaken und das war es. Aber trotzdem nagt sowas ja auf Dauer an einem. Und an Info-/Wahlkampfständen erfährt man sowas natürlich auch. Man trifft auf Wand von Skepsis, Ablehnung und auch Feindseligkeit. Dafür ist man dann Samstags früh aufgestanden, um im Regen Flyer zu verteilen, während andere ausgeschlafen haben und dann in Ruhe frühstücken, sich hinterher aber über eine Ratsentscheidung aufregen, von der sie im Vorfeld aufgrund Desinteresses gar nichts mitbekommen haben.

    Das sind diverse Sachen, die sich addieren. Zum einen möchte ich einfach mehr Freizeit an sich haben, zum anderen mich noch mehr auf das schreiben konzentrieren. Beides zusammen funktioniert nicht richtig. Ich bin immer im Zeitstress. Politik kannst du unendlich viel Zeit investieren, wenn du willst. Und eigentlich muss man das auch, wenn man wirklich in den Themen sein will. Kommunalpolitik ist thematisch ja unglaublich breit aufgestellt.


    Dann sitzen da einfach auch Leute im Rat, die die Sitzungen unerträglich machen. Auf der einen Seite Leute, die nur auf Krawall aus sind und außer Störungen nichts abliefern. Auf der anderen werden alle Themen, die in den Ausschüssen eigentlich schon breit und ausgiebig besprochen wurden, im Rat noch mal durchgekaut bis zum geht nicht mehr. Und das nur, weil da Publikum und Presse da sind. Bei der Presse bemängele ich ganz klar, dass sie nicht regelmäßig aus den Ausschüssen berichten, wo die ganze Vorarbeit geleistet wird.´


    Im Rahmen der Einwohnerfragestunde tauchen auch oft Leute auf, die nur auf Protest aus sind. Zumindest kommt es mir so vor. Das ist ein wichtiges Instrument, aber wenn es nur als Schaubühne genutzt wird, dann sind die Leute da fehl am Platze.


    Was mich auch sehr ärgert, ist in großen Teilen die sozialdemokratische Blockflötenfraktion. Die sitzen da mit 22 Mann und stimmen immer geschlossen ab. Meiner Meinung nach, weil da von oben eine Meinung diktiert und dann keine andere zugelassen wird. Viele von denen hab ich auch noch nie etwas sagen hören. Einige von denen schätze ich als ganz tolle Kollegen, die sich in ihrem Gebiet super auskennen. Aber in der Gesamtheit ist das eine Fraktion, die oft gute Ideen von anderen blockiert, weil sie nicht selbst drauf gekommen sind. Das verhagelt einem halt schon den Spaß. Klar, so hat der Wähler gewählt und das muss man akzeptieren.


    Dann gibt es natürlich auch interne Querelen, das gehört wohl zum Parteileben dazu. Aber macht ebenfalls keinen Spaß dann.


    Und dann wird man für die ganze Arbeit, die man macht, ja auch noch auf Facebook beleidigt. Für die einen ist man der Doofe, weil man das macht. Für die anderen ist man einer von den Idioten, die eh alles falsch machen und nur an sich selbst denken.


    Das soll jetzt nicht wehleidig klingen, aber ich finde schon, dass ein Ratsherr/frau für das, was sie für die Allgemeinheit tut, den gleichen Respekt verdient wie andere Ehrenämtler. Denn die Arbeit vor Ort ist sehr wichtig und eben das Bindeglied nach oben zum Kreis, zur Bezirksregierung, zum Land oder Bund.


    Du siehst, unter dem Strich eine ganze Menge an Gründen, die einen überlegen lassen, warum man sich das antut zwei bis drei mal in der Woche seinen Abend zu opfern. Auf der anderen Seite steht dann halt das Gefühl, dass man nicht nur gemeckert, sondern auch mitgestaltet hat. Man lernt auch tolle Menschen kennen, man bekommt viele Einblicke, die einen das große Ganze besser verstehen lassen. Muss man halt abwägen, was einem wichtiger ist.

    Danke für die Blumen, Psycho. :)


    Darüber hinaus muss ich einfach sagen, dass Kommunalpolitik in Marl mir langsam auch keinen Spaß mehr macht. Ich mache das jetzt - mit Unterbrechungen - 17 Jahre. Ob ich es noch mal so lange mache? Glaube ich nicht.

    Mich würde mal eure Meinung interessieren. Bei FB (klar, da sind viele Idioten unterwegs) lese ich dauernd, dass alles in Marl immer nur schlechter wird. Ich empfinde seit Jahren eigentlich genau das Gegenteil. Liegt es daran, dass ich vielleicht als Kommunalpolitiker einen anderen Blick auf die Dinge habe? Oder das ich mehr mitbekomme? Wenn an irgendeiner Schule etwas passiert, zu der man keinen Bezug hat, dann kriegt man das vielleicht einfach nicht mit. Nur mal als Beispiel.


    Aber wenn ich mir jetzt die Entwicklung der letzten gut fünf bis zehn Jahre ansehe und dann an das denke, was kommen soll, dann sehe ich das positiv.


    Ich sehe da zum einen Anlagen wie Triple X oder die Bezirkssportanlage in Obersinsen, die in den letzten Jahren gekommen sind.

    Die Sporthalle an der MLK wurde komplett saniert, dazu dort ein Anbau hochgezogen, um die Fünfzügigkeit zu garantieren.

    Die Bachläufe in Marl wurden vor Jahren verschönert.

    Am Ovelheider Weg wurden die alten Hochhäuser abgerissen und durch schönere Bauten ersetzt.

    Am Marler Stern tut sich etwas.

    Die Rathaussanierung wird meiner Meinung nach was großes und bedeutendes.

    Mit Marschall 66 könnten wir eine neue Bibliothek und ein neues Museumsgebäude bekommen.

    Die Sanierung der Heisterkamp-/Breddenkampstraße war ein großes Projekt, das abgeschlossen wurde.

    Die Goetheschule wird einen Neubau erhalten.

    Der Hagenbusch ist vor einigen Jahren komplett saniert worden.

    Die alte Aloysiusschule zu einer Kita umgebaut, an der August-Döhr-Schule eine neue Kita gebaut, jetzt beginnt der Bau vor Wohnen West und eine weitere Kita im Riegefeld soll kommen. Da tut sich einiges.

    Die Sharounschule ist ein Vorzeigeobjekt geworden.

    Der "Spielplatz der Nationen" wird gebaut in der Stadtmitte, saniert wurden Spielplätze im Riegefeld und am Platz der Freiheit. Die Mittel für Spielplätze mehr als verdreifacht im aktuellen Haushalt.

    Die Ansiedlung der Metro, gate.ruhr wirft ebenfalls seine Schatten voraus.

    Die Sporthalle an der WBG wird saniert.

    Es wird eine neue Rettungswache gebaut werden. Auch an den anderen Feuerwehrhäusern hat sich in den letzten Jahren etwas getan.

    An der Paracelsusklinik kam ein ganzer Gesundheitspark dazu.

    Der Schulhof am ASGSG wird komplett renoviert werden.

    Wenn ich dann noch sehe, was sich an der Herzlia-Allee getan hat mit mittlerweile McDonalds, L'osteria, Xiao, Cafe del Sol und einer geplanten weiteren Ansiedlung. Die Loe-Studios sind wieder offen, Hotel Loemühle hat einen neuen Betreiber gefunden.


    Da gibt es sicher noch einiges, was man aufzählen könnte und klar, weiß ich, dass da noch im Argen liegt und getan werden muss. Aber unter dem Strich ist das doch eine positive Entwicklung, die man nicht übersehen kann, oder? Was meint ihr?

    Ganz eurer Meinung. Man könnte viel mehr erreichen, wenn der Organisationsgrad deutlich höher wäre. Wobei bei uns im öD dann ja nicht die zum Streik berechtigten Beamten immer noch etwas auffangen.

    Abnehmen bis unter 100kg, mindestens vier Heftromane schreiben, mindestens 10 Kapitel im ersten eigenen Buch schreiben und Testleser dafür finden, früher zur Arbeit gehen und den Garten etwas verschönern.

    Ich bin sehr froh, dass endlich dieser Beschluss gefällt wurde und das Thema nun angegangen wird. Das war eine mehr als schwere Geburt. Die letzte Ratssitzung, mit Vor- und Nachbesprechung, ging 6 1/4 Stunden.

    Abriss und Neubau ist allein aufgrund des Denkmalschutzes keine mögliche Variante. Auch wenn die Grünen das so darstellen und dazu Gerichtsurteile und Beispiele raussuchen. In denen geht es aber meist um Privatpersonen oder der Sachverhalt ist nicht vergleichbar.


    Wo sollte überhaupt eine nutzbare Fläche für einen Neubau sein?


    Es gibt keine realistische Kostenschätzung zu einem Neubau. Zu behaupten, der wäre günstiger, ist reine Spekulation. Aber es gibt ein Beispiel, dass man heranziehen kann: für den Neubau des Kreishauses wurde in einer flächenoptimierten Variante eine Bausumme von über 130 Millionen Euro genannt. Warum sollte das Rathaus dann, nicht flächenoptimiert, günstiger sein?


    Die Förderung für die Kernsanierung wird mit ca. 20 Millionen Euro angenommen. Das ist durchaus realistisch, denn nur für die Planung hat die Stadt schon eine Zuwendung über 4 Millionen Euro erhalten.


    Im Moment sieht man die Kosten bei 70,25 Millionen Euro abzüglich Fördermittel. Um auf die 100 Millionen zu kommen rechnen die Grünen die, ich sag mal, Nebenprojekte, hinzu. Das so genannte soziale Rathaus (das aber ebenfalls Grundlage für die Förderung ist), den Umzug des Glaskastens, der Bücherei und der VHS - das Projekt heißt Marschall66 und wird mit ca. 11,5 Mio Euro angesetzt, wird allerdings noch mal separat gefördert - und andere kleinere Dinge. Das gehört zwar irgendwie zusammen, sind aber keine originären Kosten der Rathaussanierung.


    Dann wird der Denkmalschutz als Preistreiber bezeichnet. Dem kann ich widersprechen, da ich die Zahl kenne, die für den Denkmalschutz angesetzt ist und diese macht nur einen sehr kleinen Teil der Gesamtsumme aus. Und wird noch mal extra gefördert, wenn auch nicht mit hohen Mitteln wahrscheinlich.


    Unter dem Strich spricht nichts, aber auch wirklich gar nichts dafür, dass Projekt Sanierung zu beenden. Der Umzug der Kernverwaltung ist geplant, die Gebäude sind angemietet.


    So eine Panikmache von den Grünen, Zitat "existenzgefährdend" für die Stadt, ist wirklich unerträglich.

    Nur mal als Beispiel: der Gesamthaushalt der Stadt liegt bei ca. 270 Mio Euro. Pro Jahr. Das Projekt Rathaussanierung läuft bis 2023. Die Summe wird also in den Haushalten 2019, 2020, 2021, 2022, 2023 dargestellt. In jedem Jahr pi mal Daumen ein Fünftel der Kosten. Sagen wir ruhig 100 Millionen um alles drin zu haben, also 20 Millionen pro Jahr.


    Mal als Erinnerung: vor zwei Jahren (wenn mich die Erinnerung nicht trügt), hatte die Haushalt ein Jahresergebnis von knapp plus 40 Millionen). In dem Jahr hätte man die Kosten also sogar ohne Kreditaufnahme aus Eigenmitteln darstellen können. Im letzten Jahr waren wir bei leider 5 Millionen Euro Minus, aber nur, weil eine unerwartete Steuernachzahlung von fast 20 Millionen Euro von der Stadt geleistet werden musste. Sonst wäre auch da ein Überschuss von 15 Millionen gewesen. Für das Haushaltsjahr 2019 geht man in ersten Schätzungen von einem Jahresergebnis von plus knapp 7 Millionen Euro aus.


    Die Finanzlage der Stadt ist also gut und bleibt es hoffentlich auch. So lange die Steuereinnahmen so sprudeln und die Zinsen niedrig bleiben, sieht es gut aus. Die Kreisumlage dürfte im nächsten Jahr ebensowenig steigen, sagen erste Prognosen. Wann, wenn nicht jetzt, will man so ein Projekt endlich angehen, dass um viele Jahre zu spät kommt?


    Von daher kann ich nur bei allen dafür werben, sich deutlich hinter die Sanierung zu stellen und ein Zeichen an alle Schwarzseher und ewigen Meckerköppe, die diese Stadt in Massen zu haben scheint, zu senden.