Beiträge von Schamane

    Ich bin dann wohl so ein Beispiel. Abitur gemacht, aber nicht studiert. Warum? Abschluss nicht gut genug für den NC, der darauf lag, was ich machen wollte. Dann gab es eben acht Wartesemester. Mein sehr kurzer Versuch, mittelalterliche Geschichte zu studieren, wurde schnell als Schwachsinn erkannt. ^^


    Dann bin ich, weil man ja nicht acht Semester einfach abwarten kann, nach vielen erfolglosen Bewerbungen in einem ganz anderen Bereich, in der Verwaltung gelandet. Und dann da geblieben. Wirklich bereut habe ich es nicht, aber manchmal frage ich mich schon, was wäre geworden, wenn ... aber hätte, wäre, wenn zählen eben nicht. Man muss aus dem, was man hat, das Beste machen. Offen stehen viele Wege.

    Zu meiner Zeit konnte / durfte lange noch nicht jeder auf die Gesamtschule. Es musste annähernd dafür damals mindestens die Realschule empfohlen sein.

    Später konnte man dann nach der 10. abgehen mit Hauptschulabschluss, Fachoberschulreife oder Fachoberschulreife mit Quali für das Abi.

    Nach der 9. Klasse konnte man die Gesamtschule nicht verlassen, die Hauptschule schon.

    Zu meiner Zeit besuchten die Hauptschule die, die später was handwerkliches / technisches machen wollten. Dafür reichte es ja und ein sehr guter Abschluss war für viele dann da leichter.

    Damals waren nicht zwangsläufig die "Dummen" auf der Hauptschule.


    Der letzte Satz trifft das Image genau, dass es heute gibt. Und auch heute ist das nicht automatisch richtig. Es gibt Kinder, für die die Hauptschule das beste wäre.

    Ich war heute morgen in den neuen Räumlichkeiten. Es sieht zwar noch etwas provisorisch aus und ist stellenweise noch ordentlich Baustelle, aber die Umsetzung ist dennoch sehr gut gelungen, meiner Meinung nach.

    Das traurige ist einfach, dass die Hauptschule über Jahre kaputt geredet wurde, vor allem politisch. Sie hat eine absolute Daseinsberechtigung. Das schlimme ist, wenn keine Klassenstärke zusammenkommt, dann droht die Hauptschule auszulaufen, sprich die letzten vorhandenen Klassen besuchen die Schule bis zum Ende und dann war es das. Und was dann? Die Schule ist weg, die Schüler, die dahin sollten, sind aber noch da.


    Das sieht man ganz stark am Ende der 6. Klasse, wenn aus den anderen Schulen abgeschult wird. Ab der 7. Klasse ist die Hauptschule problemlos zweizügig. Von daher müssen wir ganz stark hoffen, dass es noch ein paar Anmeldungen gibt. Ich glaube, das Minimum liegt bei 14 Schülern. Oder das die Bezirksregierung in Münster der Stadt Marl eine Ausnahmegenehmigung für den Fortbestand der Schule gibt.

    Mir ist da nichts bekannt, das muss aber nichts heißen, denn wenn ein Geschäft in bestehende Räumlichkeiten einzieht, erfahren das auch Politiker nicht extra. Nur wenn dafür Gewerbeflächen verkauft werden. Von daher kann Extrablatt für die Herzlia-Allee zum jetzigen Zeitpunkt ausschließen.

    Es sind die üblichen Deppen auf FB, die einen so angehen. Kann man eigentlich abhaken und das war es. Aber trotzdem nagt sowas ja auf Dauer an einem. Und an Info-/Wahlkampfständen erfährt man sowas natürlich auch. Man trifft auf Wand von Skepsis, Ablehnung und auch Feindseligkeit. Dafür ist man dann Samstags früh aufgestanden, um im Regen Flyer zu verteilen, während andere ausgeschlafen haben und dann in Ruhe frühstücken, sich hinterher aber über eine Ratsentscheidung aufregen, von der sie im Vorfeld aufgrund Desinteresses gar nichts mitbekommen haben.

    Das sind diverse Sachen, die sich addieren. Zum einen möchte ich einfach mehr Freizeit an sich haben, zum anderen mich noch mehr auf das schreiben konzentrieren. Beides zusammen funktioniert nicht richtig. Ich bin immer im Zeitstress. Politik kannst du unendlich viel Zeit investieren, wenn du willst. Und eigentlich muss man das auch, wenn man wirklich in den Themen sein will. Kommunalpolitik ist thematisch ja unglaublich breit aufgestellt.


    Dann sitzen da einfach auch Leute im Rat, die die Sitzungen unerträglich machen. Auf der einen Seite Leute, die nur auf Krawall aus sind und außer Störungen nichts abliefern. Auf der anderen werden alle Themen, die in den Ausschüssen eigentlich schon breit und ausgiebig besprochen wurden, im Rat noch mal durchgekaut bis zum geht nicht mehr. Und das nur, weil da Publikum und Presse da sind. Bei der Presse bemängele ich ganz klar, dass sie nicht regelmäßig aus den Ausschüssen berichten, wo die ganze Vorarbeit geleistet wird.´


    Im Rahmen der Einwohnerfragestunde tauchen auch oft Leute auf, die nur auf Protest aus sind. Zumindest kommt es mir so vor. Das ist ein wichtiges Instrument, aber wenn es nur als Schaubühne genutzt wird, dann sind die Leute da fehl am Platze.


    Was mich auch sehr ärgert, ist in großen Teilen die sozialdemokratische Blockflötenfraktion. Die sitzen da mit 22 Mann und stimmen immer geschlossen ab. Meiner Meinung nach, weil da von oben eine Meinung diktiert und dann keine andere zugelassen wird. Viele von denen hab ich auch noch nie etwas sagen hören. Einige von denen schätze ich als ganz tolle Kollegen, die sich in ihrem Gebiet super auskennen. Aber in der Gesamtheit ist das eine Fraktion, die oft gute Ideen von anderen blockiert, weil sie nicht selbst drauf gekommen sind. Das verhagelt einem halt schon den Spaß. Klar, so hat der Wähler gewählt und das muss man akzeptieren.


    Dann gibt es natürlich auch interne Querelen, das gehört wohl zum Parteileben dazu. Aber macht ebenfalls keinen Spaß dann.


    Und dann wird man für die ganze Arbeit, die man macht, ja auch noch auf Facebook beleidigt. Für die einen ist man der Doofe, weil man das macht. Für die anderen ist man einer von den Idioten, die eh alles falsch machen und nur an sich selbst denken.


    Das soll jetzt nicht wehleidig klingen, aber ich finde schon, dass ein Ratsherr/frau für das, was sie für die Allgemeinheit tut, den gleichen Respekt verdient wie andere Ehrenämtler. Denn die Arbeit vor Ort ist sehr wichtig und eben das Bindeglied nach oben zum Kreis, zur Bezirksregierung, zum Land oder Bund.


    Du siehst, unter dem Strich eine ganze Menge an Gründen, die einen überlegen lassen, warum man sich das antut zwei bis drei mal in der Woche seinen Abend zu opfern. Auf der anderen Seite steht dann halt das Gefühl, dass man nicht nur gemeckert, sondern auch mitgestaltet hat. Man lernt auch tolle Menschen kennen, man bekommt viele Einblicke, die einen das große Ganze besser verstehen lassen. Muss man halt abwägen, was einem wichtiger ist.

    Danke für die Blumen, Psycho. :)


    Darüber hinaus muss ich einfach sagen, dass Kommunalpolitik in Marl mir langsam auch keinen Spaß mehr macht. Ich mache das jetzt - mit Unterbrechungen - 17 Jahre. Ob ich es noch mal so lange mache? Glaube ich nicht.

    Mich würde mal eure Meinung interessieren. Bei FB (klar, da sind viele Idioten unterwegs) lese ich dauernd, dass alles in Marl immer nur schlechter wird. Ich empfinde seit Jahren eigentlich genau das Gegenteil. Liegt es daran, dass ich vielleicht als Kommunalpolitiker einen anderen Blick auf die Dinge habe? Oder das ich mehr mitbekomme? Wenn an irgendeiner Schule etwas passiert, zu der man keinen Bezug hat, dann kriegt man das vielleicht einfach nicht mit. Nur mal als Beispiel.


    Aber wenn ich mir jetzt die Entwicklung der letzten gut fünf bis zehn Jahre ansehe und dann an das denke, was kommen soll, dann sehe ich das positiv.


    Ich sehe da zum einen Anlagen wie Triple X oder die Bezirkssportanlage in Obersinsen, die in den letzten Jahren gekommen sind.

    Die Sporthalle an der MLK wurde komplett saniert, dazu dort ein Anbau hochgezogen, um die Fünfzügigkeit zu garantieren.

    Die Bachläufe in Marl wurden vor Jahren verschönert.

    Am Ovelheider Weg wurden die alten Hochhäuser abgerissen und durch schönere Bauten ersetzt.

    Am Marler Stern tut sich etwas.

    Die Rathaussanierung wird meiner Meinung nach was großes und bedeutendes.

    Mit Marschall 66 könnten wir eine neue Bibliothek und ein neues Museumsgebäude bekommen.

    Die Sanierung der Heisterkamp-/Breddenkampstraße war ein großes Projekt, das abgeschlossen wurde.

    Die Goetheschule wird einen Neubau erhalten.

    Der Hagenbusch ist vor einigen Jahren komplett saniert worden.

    Die alte Aloysiusschule zu einer Kita umgebaut, an der August-Döhr-Schule eine neue Kita gebaut, jetzt beginnt der Bau vor Wohnen West und eine weitere Kita im Riegefeld soll kommen. Da tut sich einiges.

    Die Sharounschule ist ein Vorzeigeobjekt geworden.

    Der "Spielplatz der Nationen" wird gebaut in der Stadtmitte, saniert wurden Spielplätze im Riegefeld und am Platz der Freiheit. Die Mittel für Spielplätze mehr als verdreifacht im aktuellen Haushalt.

    Die Ansiedlung der Metro, gate.ruhr wirft ebenfalls seine Schatten voraus.

    Die Sporthalle an der WBG wird saniert.

    Es wird eine neue Rettungswache gebaut werden. Auch an den anderen Feuerwehrhäusern hat sich in den letzten Jahren etwas getan.

    An der Paracelsusklinik kam ein ganzer Gesundheitspark dazu.

    Der Schulhof am ASGSG wird komplett renoviert werden.

    Wenn ich dann noch sehe, was sich an der Herzlia-Allee getan hat mit mittlerweile McDonalds, L'osteria, Xiao, Cafe del Sol und einer geplanten weiteren Ansiedlung. Die Loe-Studios sind wieder offen, Hotel Loemühle hat einen neuen Betreiber gefunden.


    Da gibt es sicher noch einiges, was man aufzählen könnte und klar, weiß ich, dass da noch im Argen liegt und getan werden muss. Aber unter dem Strich ist das doch eine positive Entwicklung, die man nicht übersehen kann, oder? Was meint ihr?